Zur Geschichte von Schloss Wocklum

Das Schloss Wocklum liegt etwa zwei Kilometer nordöstlich der Stadt Balve im landschaftlich noch fast unberührten Orletal im märkischen Sauerland. Der altfränkische Ursprung des Wasserschlosses wird durch die Reste einer sächsischen Wallburg dokumentiert. Eine 250 Jahre alte Hainbuchenallee führte als ehemalige Poststraße zu der westfälisch-barocken Schlossanlage.

Im Jahre 1646 erwarb Dietrich Freiherr von Landsberg das Schloss, das sich bis heute im Besitz der Familie Landsberg-Velen befindet.

1708 begann sein Nachfahre Franz Anton Freiherr von Landsberg mit der Erweiterung des Schlosses. Er ließ eine Kapelle errichten und erbaute den Westteil des Haues neu.

1756 heiratete der damalige Hausherr Clemens August Freiherr von Landsberg die Stiftsdame Anna Theresia von Velen zu Velen, einziges Kind des sehr vermögenden Hermann Anton Freiherrn von Velen zu Velen.

Mit dem Tod des Schwiegervaters 1767 erlosch die männliche Linie derer von Velen. Clemens August übernahm nicht nur vollständig dessen Ämter im Fürstbistum Münster, nämlich die Amtsdrostei Meppen und die Geheime Ratsstelle, sondern auch den gesamten Gutsbesitz. So entstand durch Heirat und Erbschaft das Adelshaus Landsberg-Velen mit den Schlössern Wocklum und Velen und Haus Altenkamp in Papenburg.

Clemens-August ließ nach der Hochzeit Schloss Wocklum umbauen, indem er im alten Teil das Obergeschoß abriss und neu aufbauen ließ. Ferner beauftragte er Kunstmaler damit, den fast 40 Meter langen Flur prächtig auszumalen. Damit seine Frau sich in Wocklum ein wenig heimatlich fühlte, wurden das Schloss Velen und Haus Altenkamp an die Wand im Eingangsbereich gezeichnet.

Der Sohn des Clemens August von Landsberg und seiner Gemahlin Anna Theresia von Velen, Paul Joseph erhielt am 13.06.1792 das Recht der Namens- und Wappenvereinigung derer von Landsberg mit „von Velen“ und nannte sich nun „von Landsberg-Velen“.

1840 erhob der preußische König Friedrich Wilhelm IV. den einige Jahre vorher erworbenen Gemener Besitz zur „Standesherrschaft“ und ihren damaligen Besitzer Johann Ignaz von Landsberg-Velen zum „Graf von Landsberg-Velen und Gemen“.
Der Grafentitel vererbt sich seitdem jeweils auf den männlichen Haupterben, während die übrigen Familienmitglieder weiterhin zu den Freiherren beziehungsweise Freifrauen zählen.

Das Schloss in Velen war für eine lange Zeit der Sitz der Adelsfamilie. Erst Max Graf von Landsberg-Velen nahm nach seiner Heirat im Jahre 1920 Wocklum als seinen Hauptwohnsitz. Er ließ das Schloss von Grund auf sanieren und restaurieren. Auch die Gartenanlage wurde neu gestaltet.

Das Velener Schloss beherbergt heute ein Vier-Sterne-Superior-Hotel und firmiert unter „Hotel SportSchloss Velen“. Es befindet sich – wie Schloss Wocklum und die Wasserburg Gemen– nach wie vor im Besitz der Familie Landsberg-Velen.

Glücklicherweise hat Schloss Wocklum im Zweiten Weltkrieg nicht gelitten, so dass die kunstvollen Wandmalereien, die üppigen Stuckdecken und die wertvollen Parkettböden ebenso im Originalzustand erhalten sind wie das schöne Mobiliar und die antiken Kronleuchter.